Kiko, dein Reiseführer

Höhlen, Elefanten und Dinosaurier auf Menorca? Frag Kiko!

​Wir fahren nach Cala Morell. Das ist ein kleiner Ort nördlich von Ciutadella, in dem wir Höhlen und eine vorgeschichtliche Siedlung besuchen und, falls die Sonne so scheinen wird wie jetzt, am Strand spazieren gehen werden. Kommst du mit?

Die Idee, hierherzufahren, kam von Cuqui. Freunde hatten ihm von der Nekropole von Cala Morell berichtet, und da haben wir sogleich den Ausflug vorbereitet.

  • „Cuqui, was ist eine Nekropole?,“ habe ich ihn gefragt.

  • „Das ist eine Ort, an dem die Toten begraben wurden, nachdem sie gestorben waren. Vor fast 4000 Jahren haben die Bewohner von Cala Morell Höhlen in die Felsen gegraben, um sie als Grabstätten zu nutzen. Es gibt auch einige modernere, die etwa 2500 Jahre alt sind. Man kann sie heutzutage besichtigen und einige auch betreten.

15 Höhlen in der Schlucht

Wir sind auf dem Parkplatz angekommen. Wir befinden uns im oberen Bereich der Bucht und gehen Richtung Schlucht. Gleich am Eingang können wir die ersten Höhlen sehen.

null​Auf dem Rundgang gibt es 15 Höhlen verschiedener Gröβen. In einige von ihnen gelangt man über eine kleine Steintreppe. Cuqui hat Lust zu spielen und versteckt sich in eine der Höhlen.

  • “Ich habe eine Taschenlampe mitgenommen”, sagt er.

  • “Die Höhlen sind nicht besonders tief; wir haben gar keine nötig”, antworte ich ihm.

  • Mit lachendem Gesicht ruft er mir zurück: “Ich bin ein Forscher und muss mir die Ecken und Winkel ganz genau ansehen. Hier wurden die Toten begraben, und man gab ihnen Opfergaben und Geschenke, wie Gefäβe aus Keramik. Vielleicht finde ich ja was!”.

  • “Das glaube ich nicht. Diese Höhlen wurden genutzt, bis die Römer Menorca eroberten, und die Archäologen haben hier bereits gearbeitet und alle Fundstücke in die Museen der Insel gebracht.”

Cuqui schaut aus einer Höhle, ruft meinen Namen und lacht. Ich verstecke mich zwischen den Bäumen und bleibe ganz ruhig, bis ich sehe, wie er mit erschrockenem Gesicht an mir vorbeirennt. Er denkt, dass ich weggegangen bin und ihn allein zurückgelassen habe!

Ein Spaziergang zwischen Bäumen und Felsen

Der Weg ist gekennzeichnet, und wir sehen alle Höhlen, in die man auf schmalen Wegen voller Bäume und Felsen gelangt. Der Blick die Schlucht hinunter ist unbeschreiblich. In der Ferne sieht man das blaue Meer, die grünen und gelben Felder, die weiβen Häuser und die Klippen der Bucht.

null​Wir gehen zurück zum Parkplatz. Von hier aus beginnt die Ausschilderung zur Siedlung. Sie befindet sich oben auf den Klippen, 35 Meter über dem Meer. Es führt kein eindeutiger Weg dorthin, doch es ist deutlich zu sehen, dass man zwischen den Steinen hinunter muss, bevor es wieder die Klippen hinauf geht.

Feuerstellen und ein Leuchtturm hoch oben auf den Klippen

Der Weg ist nicht einfach. Wir sind fast 10 Minuten den Abhang hinuntergegangen und 5 Minuten wieder rauf zur Siedlung. Es heiβt, es handelt sich um eins der spektakulärsten archäologischen Fundstätten Menorcas.

  • “Warum haben sie wohl diesen einsamen Ort ausgewählt, um ihre Häuser zu bauen?,“ fragt Cuqui, “sie mussten ihr Wasser und die Lebensmittel bis hier oben hin schleppen”.

  • “Guck mal, sie haben die Häuser mit kleinen Steinen gebaut. Erinnerst du dich, dass ich vor Kurzem in der Siedlung von Torre den Galmés, in der Nähe von Son Bou war? Dort waren alle Häuser aus groβen Steinen, und es gab Talayots und Taulas. Hier gibt es nur 13 Behausungen”.

  • “Natürlich, diese Siedling ist über 3000 Jahre alt, als noch keine Talayots gebaut wurden”, erklärt Cuqui von einer Art Aussichtpunkt aus, “bestimmt haben sie von hier aus Land und Meer beobachtet, damit sich niemand ihnen näherte. Es ist wie ein kleiner Leuchtturm”.

nullIn einem der Häuser, die noch immer von den Archäologen ausgegraben werden, sieht man ganz eindeutig eine kleine Feuerstelle, wo damals gekocht wurde. Es heiβt, dass dort Reste von Tieren, wie Kühen und Ziegen, gefunden wurden. Auβerdem ist dort ein Stein, um Getreide zu zermahlen, und kleine Wasserbecken, in denen das Regenwasser aufgefangen wurde.

Auf zum Strand!

Es ist heiβ, und durch das Laufen sind wir ins Schwitzen gekommen. Dehalb freuen wir uns nun darauf, zum Strand zu gehen, den wir von oben aus gesehen haben.

nullEr ist ganz klein und befindet sich zwischen zwei Steilküsten. Cuqui hat seine Schuhe ausgezogen und geht mit seinen Füβen ins Wasser. Lachend ruft er, dass es sehr kalt ist, und springt am Ufer entlang.

Ganz in der Nähe befinden sich die beiden Strände von Algaiarens. Erinnert ihr euch an den Ausflug, den wir zu dem Strand von La Vall gemacht haben? Dabei hatten wir sehr viel Spaβ.

Gibt es Dinosaurier?

Ein paar Jugendliche spielen mit einem groβen Baumstamm, den das Meer an den Strand gespült hat. Wir gehen zu ihnen und sprechen sie an. Sie zeigen uns die Steilküste auf der linken Seite und erzählen uns, dass sie die Elefantenspitze genannt wird, denn ganz oben befindet sich ein Felsen, der aussieht wie ein riesiger Elefant, der die Bucht bewacht.

  • Neugierig fragt Cuqui sie, warum eine Seite der Steilküste fast weiβ und die andere eine dunkle rötliche Färbung hat.

  • “Ach, das ist so, weil der Boden aus zwei verschiedenen Epochen stammt. Die hellgrauen Steine kommen aus dem Jura....”

  • Cuqui lässt ihn nicht zu Ende sprechen. Mit weit geöffneten Augen fragt er: “Gibt es hier Dinosaurier?”, was wiederum Lachausbrüche der Jugendlichen hervorruft.

  • “Nein, hier gibt es keine Dinosaurier. In der Geologie, das ist die Wissenschaft, die die Erde erforscht, ist der Jura ein Zeitalter von vor etwa 150 Millionen Jahren. Genau hier, in der Cala Morell, trifft sich der Boden des Jura mit dem, der aus dem Miozän stammt, ein Zeitalter von vor etwa 20 Millionen von Jahren. Deswegen ist der Unterschied zwischen den Gesteinen so groβ”.

nullIch weiβ nicht so genau, ob Cuqui mit dieser Erklärung einverstanden ist, denn, während wir zum Parkplatz hinaufgehen, schaut er aus den Augenwinkeln nach allen Seiten. Wir fahren zurück zum Club Kikoland. Aber im Sommer kommen wir wieder zu dieser Bucht, denn man hat uns erzählt, dass sie ganz fantastisch geeignet ist zum Tauchen, und dass es dort immer viele Fische gibt. Kommst du bei dem Ausflug dann mit? Schnorchelst du gerne? Und wirst du die Höhlen der Nekropole besuchen?


GRUNDDATEN

  • Von Son Bou bis nach Cala Morell sind es 42,8 km. Der Weg ist einfach. Wenn du die Hauptlandstraβe nach Ciutadella nimmst, musst du an der Ronda Norte nach Cala Morell abbiegen. Es ist gut ausgeschildert.

  • Von Ciutadella aus gibt es öffentliche Verkehrsmittel bis nach Cala Morell, aber du musst die Fahrtzeiten von verschiedenen Autobussen beachten. Deswegen empfehlen wir, ein Auto zu mieten.

  • In Cala Morell ist der Weg zur Nekropole ausgeschildert. Es gibt dort zwei kleine Parkpätze, die in der Sommersaison meistens voll sind. Daher ist es besser, in den Straβen davor zu parken.

  • Die Nekropole ist das ganze Jahr über geöffnet; die Besichtigung ist gratis. Der Weg ist gut gekennzeichnet, mit Erklärungen zu jeder Höhle.

  • Am Ortseingang weisen Schilder zum Parkplatz der archäologischen Siedlung hin.

  • Die Siedlung ist für Besichtigungen das ganze Jahr über geöffnet und gratis. Es ist jedoch nicht empfehlenswert für Kleinkinder. Der Abstieg zum Meer ist nicht besonders schwierig, doch der Weg zurück nach oben zur Siedlng führt über eine alte Steintreppe. Hier ist Vorsicht geboten.

  • Vergiss nicht, festes Schuhwerk, Wasser und eine Sonnenschutzmütze mitzunehmen.

 

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