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Joana Torres, Repräsentantin von ASAMDIB auf Menorca: "35 Menschen reisen täglich aus gesundheitlichen Gründen aus Menorca, und es ist unsere Aufgabe, ihnen zu helfen"

Joana Torres weiß aus eigener Erfahrung wie es ist, aus medizinischen Gründen nach Palma reisen zu müssen. Die Geschichte, die sie persönlich in ihrer Familie erlebte, veranlasste sie dazu, der Vereinigung für krebskranke Kinder ASPANOB beizutreten. Heute ist sie darüber hinaus Repräsentantin von ASAMDIB, der Vereinigung zur Unterstützung von Betroffenen auf den Balearen, die aufgrund von gesundheitlichen Problemen nach Palma oder Barcelona reisen müssen.

 

Was bedeutet es für ASAMDIB, den Royal Son Bou Family Zuschuss gewonnen zu haben?

Der Zuschuss des Royal Son Bou hilft uns sehr! Abgesehen davon, dass wir mit der Anerkennung des ASAMDIB-Projekts sehr zufrieden sind, bedeutet es ein halbes Jahr lang die Miete der Wohnung in Palma, die wir den Kranken und ihren Begleitern zur Verfügung stellen. ASAMBID selbst ist noch nicht ausreichend bekannt. Noch vor zwei Jahren konnte es keine Fördermittel beantragen.

Das gesamte Geld, das uns zukommt, kann für die Verbesserung der Lebensbedingungen einer Familie eingesetzt werden, die mit einem Minimum von 400 Euro dazu gezwungen ist, sich zu trennen, um eine ärztliche Behandlung zu erhalten. Während ein Teil der Familie auf Menorca bleibt, muss der andere Teil der Familie nach Barcelona. So ist es uns schon mehr als einmal passiert.

Was ist das Hauptanliegen von ASAMDIB?

Die Priorität des Vereins ist die Lebensqualität der Patienten, unabhängig ihres Alters, auch wenn Kinder Vorrang vor den Erwachsenen haben. Wir bieten psychologische und emotionale Unterstützung, sowohl für Patienten als auch für deren Begleiter. Denn, um jemanden gut versorgen zu können, muss man selber auch versorgt sein. Darüber hinaus geben wir finanzielle Unterstützung und bündeln die Ressourcen, über die ASPANOB verfügt.

Besteht eine enge Beziehung zu ASPANOB?

Tatsächlich ist ASAMDIB eine Folge von ASPANOB, die für Krebspatienten im Alter von 0 bis 18 Jahren da ist. Oft wurde die Vereinigung jedoch auch von Patienten mit anderen Krankheiten um Hilfe gebeten, um einen Aufenthalt in Palma für eine Behandlung zu ermöglichen. Wenn wir die Möglichkeit hatten, weil nicht beide Wohnungen von ASPANOB belegt waren, haben wir geholfen, auch wenn der Patient nicht dem eigentlichen Profil entsprach. Manchmal geht es eben nicht darum, was man machen kann, sondern was man machen will. Es gibt Fälle, die in keiner Weise ignoriert werden können. Wir versuchen, jedem zu helfen, dem wir helfen können. Zum Beispiel wurden wir in vielen Fällen bei Aufenthalten in Palma um Hilfe gebeten. In Can Granada kostet die Nacht pro Person 95 Euro. In dieser Residenz werden nur bestimmte Leistungen für die Begleiter von Patienten erbracht, die zudem spezielle Bescheinigungen des Balearischen Gesundheitswesens vorlegen müssen. Die überwiegende Mehrheit der Vereinigungen, die andere Krankheiten betreffen, wie z.B. ALCER, hat keine Wohnung in Palma, die sie zur Verfügung stellen kann. Daraus entstand die Idee, einen Verein zu gründen, der Patienten, die sich auβerhalb von Menorca behandeln lassen müssen, unabhängig von ihrer Krankheit oder ihrem Allgemeinzustand, zu unterstützen.

Wie arbeitet ASAMDIB?

Auf Menorca hat ASAMDIB eine kleinere Struktur als auf Mallorca: eine Repräsentantin, eine Psychologin und ehrenamtliche Helfer, die wir mit ASPANOB teilen. ASAMBID allein erreicht nicht so viel wie ASPANOB, weil es eine sehr viel jüngere Vereinigung ist. Sie wurde vor fünf Jahren gegründet, ASPANOB dagegen bereits vor über 30 Jahren. Wir haben eine Zweigstelle in Es Mercadal und arbeiten eng mit dem Hauptsitz in Palma zusammen, wo es einen Vorsitzenden, einen Geschäftsführer, eine Sekretärin und eine Psychologin gibt. In Palma haben wir auch eine Wohnung mit vier Zimmern: einem Doppelzimmer und drei kleineren. Diese Ressourcen werden mit ASPANOB geteilt, die über zwei weitere Wohnungen verfügt, die je nach Bedarf genutzt werden.

Ist das Projekt ASAMDIB dann für die Bewohner der kleineren Inseln: Menorca, Ibiza und Formentera?

Die Mehrheit der Nutzer kommt von den kleineren Inseln. Obwohl die Randgebiete Mallorcas ebenfalls unter der Abgeschiedenheit leiden, da davon ausgegangen wird, dass ein Patient das Krankenhaus erreichen kann, ohne ein Flugzeug nehmen zu müssen. Doch bei Patienten, die sich auf der Intensivstation befinden, wollen die Begleitpersonen in der Nähe sein, und je nachdem, aus welchem Ort sie kommen, sind es zwei Stunden Hin- und zwei Stunden Rückfahrt über die Landstraβe. Es gibt auch Patienten, die sich einer Chemo- oder Radiotherapie unterziehen, und die eine Fahrt von vier Stunden auf sich nehmen, für eine Behandlung von fünf Minuten, und die die Insel durchqueren müssen, ohne gesundheitlich dazu in der Lage zu sein.

Wird die Wohnung der ASAMDIB ständig genutzt?

Ja. Und sie wird auch in Zukunft genutzt. Wir leben auf einer Insel mit allen ihren Einschränkungen, und das haben wir akzeptiert. Was die Bevölkerung betrifft, so gibt es Leistungen, die wir hier nie haben werden und für die wir immer Reisen auf uns nehmen müssen. Es sind täglich 35 Personen, die zu Behandlungen nach Mallorca fliegen. Aus diesem Grund wurde ASAMDIB gegründet, weil normalerweise klar ist, wann man nach Palma muss, aber nicht, wann man wieder zurückkommt. Was am meisten fehlt, ist die Menschlichkeit.

2018 nahm ASAMDIB sieben Kinder und zwölf Begleitpersonen in den von ihnen gestellten Wohnungen auf. Darüber hinaus wurden 18 Menschen auf Mallorca und 60 auf Menorca psychosozial betreut.

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