Kiko, dein Reiseführer

Kiko trifft auf eine fleischfressende Schildkröte in der Albufera de Es Grau

Möchtest du Vögel, Eidechsen und andere Tiere sehen? Ich mache einen Ausflug zur Albufera de Es Grau, in Mahón. Das ist ein groβer Naturschutzpark, der einzige, den es auf Menorca gibt. Es gibt 3 verschiedene Routen. Heute habe ich mir die zur Cala Llimpa ausgesucht. Kommst du mit?

Ich warte auf meine beiden Freundinnen. Meinen Rucksack habe ich bereits mit Wasser und Obst bepackt, und meinen Fotoapparat nehme ich auch mit. Habe ich etwas vergessen? Ja richtig, eine Schirmmütze. Auch wenn es ein bisschen bewölkt ist, muss man sich immer vor der Sonne schützen.

Eine Ente mit gelbem Schnabel und grünem Kopf?

Wir sind auf dem Parkplatz angekommen. Von hier aus gehen zwei Wege los; unserer ist der rote mit der Nummer 1. Die Bäume und das Gras sind ganz grün. Man merkt, dass es Frühling ist. Auf einem Schild ist der Weg angezeigt, der zum „Aguait d'en Biel”, einem Aussichtspunkt führt, von dem aus man Vögel beobachten kann.

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  • „Da ist ein Holzhaus! Können wir da rein?” fragt Ana, während wir näher kommen.

  • Die Hütte gefällt mir, von den Fenstern aus sehen wir das Wasser der Albufera. Habt ihr das Ruhezeichen gesehen? Wir dürfen keinen Lärm machen und auch nicht sprechen, um nicht zu stören,” sagt Ana, während sie das Fernglas herausholt. Sie zeigt auf einen Bereich der Cala de sa Font, wo verschiedene Tiere zu sehen sind.

  • „Auf diesen Schildern sind die Vögel der Albufera aufgemalt. Guck mal, dieser hier, der über das Wasser gleitet, ist ein Kormoran. Wie heiβt wohl dieser hier, der wie eine Ente mit einem weiβen Fleck auf dem Kopf aussieht?” fragt Marta.

  • „Das ist ein Blesshuhn. Das steht hier auf dem Schild. Das Tier kannte ich noch nicht. Schaut mal der da, was für tolle Farben! Er hat einen gelben Schnabel und einen grünen Kopf. Das muss eine Stockente sein,” sage ich und zeige auf die andere Seite der Albufera, wo ich meine, auch einen kleinen Reiher auf seinen langen Stelzen erspäht zu haben.

Warum hat diese Schildkröte so einen langen Schwanz?

Es war echt schwer, Marta aus dem Observatorium herauszukriegen. Sie ist ein richtiger Tierfan, doch wir müssen weiter, um die ganze Route machen zu können.

  • Halt! Stoppt”, ruft Ana. „Vorsichtig, hier ist eine junge Schildkröte auf dem Boden, mitten auf dem Weg. Sie liegt auf dem Rücken und kann sich nicht drehen. Wir müssen ihr helfen.”

nullGanz vorsichtig lassen wir sie am Wegrand, aber.....

  • „Das ist gar keine Schildkröte! Schaut euch diesen langen Schwanz an!” sagt Marta.

  • Das ist eine Buchstaben Schmuckschildkröte. Wir müssen sie zur Wildpflegestation (Centro de Recuperación de Fauna Silvestre de Menorca) bringen. Erinnerst du dich an unseren Besuch dort, vor ein paar Monaten? Dort haben sie mir erklärt, dass diese Schildkröten hier sich nicht in ihrem gewohnten Lebensraum befinden. Sie sind agressiv und greifen die Schildkröten Menorcas an. Im Zentrum kümmern sie sich um sie.”

  • Ana glaubt, dass es sich um eine βwasserschildkröte handelt. „Ich habe noch nie eine gesehen, aber ich habe von ihr gehört. Sie werden im Spanischen „Galapagos” genannt und leben in den Feuchtgebieten der Insel. In einigen Gegenden Europas sind sie wegen der Umweltverschmutzung verschwunden, doch auf Menorca gibt es relativ viele Familien, die von der Agencia de la Reserva de la Biosfera (Agentur des Biospherenreservat) kontrolliert werden.”

  • „Ana, was du alles weiβt!” rufe ich erstaunt aus.

  • „Ja, ich mag Schildkröten sehr gern, und ich habe gelesen, dass diese Fleischfresser sind und kleine Frösche, Insekten und Fische fressen. Wir lassen sie besser hier, damit sie weiterziehen kann. Bestimmt geht sie zur Lagune, um sich mit den anderen Galapagos zu treffen,” sagt Ana und setzt die Süβwasserschildkröte vorsichtig auf den Boden.

Wollen die Adler, die über uns schweben, unser Essen?

Wir haben noch nicht die Hälfte der Route hinter uns, und der Ausflug ist zu einem Abenteuer voller für mich unbekannter Tiere geworden. Wir sind an einer Art Tunnel unter den Bäumen angekommen. Da steht eine Holzbank, und wir setzen uns einen Moment zum Ausruhen in den Schatten und essen Mandarinen.

nullZwei Adler gleiten über uns, während wir zum Aussichtspunkt Es Tamarells weitergehen. Vielleicht denken sie, dass wir ihnen unsere Essensreste überlassen. Aber nein. Wir tun alles in eine Tüte und heben sie im Rucksack auf, um sie später in den Müllcontainer zu werfen.

Hier sind viele Binsen, die sich im Wind bewegen, und wir können von hier aus die Lagune der Albufera und die kleinen Inseln sehen.

Die verschwundenen Eidechsen

Wusstest du, dass eine von diesen kleinen Inseln, der Illot d'en Mel, der einzige Ort Menorcas ist, auf dem die Baleareneidechse lebt? Sie verschwand, als der Mensch und andere Tierarten auf die Insel kamen. Das war vor Tausenden von Jahren.

  • „Und weisst du, dass das, was du uns erzählst, zeigt, dass diese Lagune seit mindestens tausend Jahren nicht ausgetrocknet ist?” fragt mich Marta. „Diese Eidechsenart verschwand, weil andere Tiere ihre Eier und ihre Brut fraβen. Auf dieser kleinen Insel jedoch leben sie glücklich. Sie befinden sich mitten in der Lagune, und die anderen Tiere kommen nicht an sie heran.”

nullVon Norden ziehen schwarze Wolken auf. Hier scheint noch die Sonne, und wir sind fast am Ende unserer Route angekommen. Wir halten an, um ein paar Orchideen anzuschauen. Auf Menorca sind sie ganz klein und blühen in vielen Farben. Alles ist voll herrlicher Blumen. Marta möchte einen Strauβ plücken und ihrer Mutter mitbringen, doch ein Schild weist darauf hin, dass es verboten ist, Blumen zu pflücken. Dieses groβe Naturschutzgebiet muss gut gepflegt werden.

Warum verschwinden die Aale?

Ein anderes Schild weist darauf hin, dass sich in der Lagune Aale befinden. Erinnerst du dich an den Ausflug, den wir zu „La Gola” unternommen haben, eine andere Route der Albufera de Es Grau? Da haben sie uns erklärt, dass man diese Fische nur auf traditionelle Art fangen darf und man eine besondere Erlaubnis dafür braucht. Es sind βwasserfische, doch alle sieben Jahre ziehen sie ins Meer hinaus, um sich zu vermehren. Die Jungen kehren dann in die Lagune zurück.

nullVon dem Aussichtspunkt Ses Puntes sieht man in der Ferne den kleinen Ort Es Grau, mit seinen weiβen Häusern, die sich vom Himmel abheben. Den Strand sehen wir nicht, doch wir wissen, dass das Meer ganz in der Nähe ist, denn es riecht salzig.

Ich habe Lust, wieder zum Club Kikoland zurückzugehen und meinen Freunden die Abenteuer zu erzählen, die ich auf diesem Ausflug erlebt habe. Hast du schon mal ein Galapagos Junges gesehen? Wir haben Glück gehabt, denn ich glaube, dass es bald anfängt zu regnen. Wir fahren aber schon wieder zurück und nehmen uns eine Menge toller Erinnerungen von heute mit. Kennst du schon die Albufera de Es Grau? Magst du Tiere? Hier, an diesem Ort auf Menorca, hast du die Gelegenheit, viele von ihnen zu sehen.


GRUNDDATEN

  • Von Son Bou bis zum Naturschutzpark der Albufera de Es Grau sind es 33,4 km.

  • Es fahren keine öffentlichen Verkehrsmittel dorthin; wir empfehlen, ein Auto zu mieten.

  • Von Son Bou geht es auf die Hauptlandstraβe Richtung Mahón. Direkt bevor es ins Zentrum geht, nimmt man die Abzweigung zum Hafen, wo der Weg nach Es Grau ausgeschildert ist. Da siehst man dann bald auf der linken Seite die Hinweisschilder zur Einfahrt zum Interpretationszentrum des Parks. Nach etwa 100 Metern kommt man auf den Parkplatz, von dem aus diese Route startet: Aussichtspunkt Cala Llimpa.

  • Die Route ist 1,7 km lang, von geringem Schwierigkeitsgrad. Man kann sie zu Fuβ oder mit dem Fahrrad machen, denn sie ist eben. Hin- und Rückweg dauern etwa 40 Minuten. Es hängt von der Zeit ab, die man sich im Observatorium und an den Aussichtspunkten aufhält.

  • Man sollte daran denken, dass einige Vögel hier nisten; daher ist es wichtig, leise zu gehen, um sie nicht zu stören. Deswegen ist Hunden der Zutritt nicht gestattet.

  • Man darf keine Pflanzen oder Blumen ausreiβen.

  • Auf der Route sieht man eine Menge Schilder, die den Zutritt von kleinen Wegen untersagen: ein Teil des Parks ist privat, und es gibt geschützte Bereiche, die man nicht betreten darf.

  • Der Eintritt in den Park ist gratis; der Park ist das ganze Jahr über geöffnet.

  • Bequeme Schuhe, Wasser und Ferngläser sollte man mitnehmen.

 

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