Kiko, dein Reiseführer

Kommst du mit Kiko zur ältesten Stätte Menorcas?

Schon sind wir bereit zu unserem ersten Ausflug in diesem Jahr. Hooky und ich werden uns den Leuchtturm von Favàritx anschauen. Das ist ein ganz besonderer Ort. Es heiβt, dass hier die ältesten Steine Menorcas sind, und Hooky kennt Legenden, die er mir erzählen möchte. Bist du dabei?

Wir kommen auf einer ganz schmalen Straβe an. Auf der einen Seite befinden sich kleine Feldwege und das für Menorca typische Gestrüpp, die “socarrells”, die durch den starken Nordwind nach Süden geneigt sind. Auf der anderen Seite, eine völlig andere Landschaft: schwarzgraue Steine, die kleine Abhänge bilden, die bis zum Meer heruntergehen. Da es heute ein bisschen windig ist, ist weiβer Schaum auf den Wellen zu sehen.

nullDa ist er!

Es ist der modernste Leuchtturm der Insel. Er wurde 1922 gebaut und befindet sich 47 Meter über dem Meeresspiegel, auf einer Felszunge, die über die Küste hinausragt, dem Cap de Favàritx.

Es ist als wären wir nicht auf Menorca. Die dunklen Farben der Klippen mit ihren eigentümlichen Formen heben sich vor dem strahlendblauen Meer ab. Wir befinden uns im Park des Naturschutzgebietes der Albufera des Grau. Aber hier, an diesem einsamen Ort, weit entfernt von den bewohnten Gebieten, ist die Landschaft ganz anders als auf dem Rest der Insel.

Hooky mag die Tramuntana nicht

nullAuf der einen Seite, bevor man zum Leuchtturm gelangt, ist eine kleine Lagune. Hooky korrigiert mich:

  • “Das ist ein “temporärer See”, eine Art natürliche Senke in der Landschaft, die sich mit Regenwasser füllt. Da es hier viele kleine unterirdische Bachläufe gibt, hat sie fast das ganze Jahr über Wasser.”

  • “Auf diesem Schild steht, dass sie “Es Cós des Síndic” heiβt, und dass sie sehr wichtig ist, denn sie befindet sich in einem Gebiet, in der verschiedene Vogelarten rasten, ihre Nahrung suchen und Küken groβziehen.

Wir gehen bis zum Leuchtturm. Er wurde mit Steinen aus der Umgebung gebaut. Es heiβt, dass man noch immer die Überreste des Steinbruchs sehen kann. Wir haben sie nicht gefunden, denn auf der Nordseite weht die Tramontana, und Hooky mag die trockene Kälte, die der Wind mit sich bringt, nicht.

Steine aufeinandersetzen?

nullWir sehen Schilder, auf denen steht, dass es verboten ist, Steine aufeinanderzusetzen. Das ist der Brauch einiger Besucher, denen es nicht klar ist, dass sie auf diese Weise das Ökosystem der Insel verändern und der Flora und Fauna schaden. Wir müssen uns der Folgen, die diese kleinen Steinhaufen in der Umwelt bewirken, bewusst sein.

  • “Dies ist auβerdem ein ganz besonderer Ort”, bemerkt Hooky. “Ich werde dir die Legende von Favàritx erzählen: man sagt, dass, wenn du bei Mondaufgang hierher kommst und barfuβ durch die Pfützen watest, die die Wellen hinterlassen, dann überträgt sich dir die ganze Kraft und Energie, die der Mond und das Meer zusammen haben.

  • “Das gefällt mir. Das müssen wir unbedingt machen, um das neue Jahr gut zu beginnen! Wann kommen wir wieder hierher?”

Sind wir auf dem Mond?

Hooky lacht und sagt, dass wir bald wiederkommen werden. Doch jetzt gehen wir erst einmal hinter den Leuchtturm. Die Landschaft ist einfach unglaublich. Es ist wie auf einem anderen Planet. Steine aus schwarzem Schiefer, die von der Feuchtigkeit des Meeres glänzen und bizarre Löchern haben, die von der Kraft der Wellen geformt wurden. Sieht es so etwa auf dem Mond aus?

Zwischen den Schiefersteinen kann man Fossilien der Urbewohner Menorcas finden: Krusten- und andere kleine Meerestiere, die vor tausenden von Jahren hier gelebt haben.

nullVon der Spitze des Kaps de Favàritx schauen wir mit dem Fernglas nach Osten. Man kann helle Sandstrände erkennen.

  • “Schau, Hooky, Cala Presili und Cala Tortuga. Wenn der Frühling kommt, werden wir zum Schwimmen dorthin fahren.”

  • “Einverstanden, aber jetzt gehen wir erst einmal an der Nordküste spazieren. Hier gab es früher viele Schiffbrüche. Ich möchte dir die Felsenriffe zeigen.”

Was sind die Riffe?

Wir gehen parallel zum Weg, zwischen den Steinen entlang, bis wir zu einem Strand kommen. Das ist S'Escala. Der Zugang ist einfach, auch wenn ein Teil der Bucht von Steilküsten umgeben ist. Groβe, spitze Felsen ragen aus dem Meer hinaus, genau gegenüber vom Strand.

  • “Diese Riffe sind nicht zu sehen, wenn das Meer bewegt ist. Sie können für die Schifffahrt unheimlich gefährlich sein,” sagt Hooky.

  • “Aber guck, hier sind zwei Leute im Kajak, und die sehen völlig ruhig aus.”

  • “Heute sind hier nicht viele Wellen, und die Riffe sind gut zu sehen. Diese hier heiβen Esculls de Portitxol. Das sind diese spitzen Felsen, die herausragen. Normalerweise sind um sie herum viele Fische, die in den Nischen der kleinen Inseln leben. Es ist der ideale Ort zum Schnorcheln.

Wir gehen den Weg weiter und sehen ganz in der Nähe den Strand Es Portitxol.

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Ein idealer Weg zum Fahrradfahren

Wir gehen wieder in Richtung Leuchtturm und sehen eine Gruppe von Fahrradfahrern, die sich ausruhen. Sie erklären uns, dass dieser Weg zu einer der Fahrradrouten, die es auf Menorca gibt, gehört. Sie kommen gern bis zum Leuchtturm, um hier auszuruhen und sich das Meer anzuschauen.

Einige von ihnen machen Fotos. Die schwarzen und weiβen Streifen, die spiralförmig auf den 28 Meter hohen Leuchtturm gemalt sind, zeichnen sich im klaren blauen Himmel ab.

Ich gebe Hooky bescheid. Es ist an der Zeit, zum Club Kikoland zurückzukehren. Er hat auch Fotos gemacht, denn er sammelt alle 7 Leuchttürme, die es auf Menorca gibt. Erinnerst du dich an unseren Ausflug nach Cavalleria? Was hat dir besser gefallen?


GRUNDDATEN

  • Favàritx befindet sich im Gemeindebezirk von Mahón, 31 km von Son Bou entfernt. Um dorthin zu kommen, fährt man auf der Hauptlandstraβe bis nach Mahón und nimmt dort beim ersten Kreisverkehr die Abzweigung zum Hafen und dann die Landstraβe von Mahón nach Fornells. Nach 8,5 km befindet sich die Abzweigung zum Leuchtturm. Er ist gut ausgeschildert.

  • Es fahren keine öffentlichen Verkehrsmittel dorthin.

  • Der Leuchtturm ist geschlossen, auch wenn das Jahr über verschiedene Besichtigungen organisiert werden. Wer interessiert ist, kann bei der balearischen Hafenbehörde anrufen, die den Leuchtturm verwaltet. Tel.: 971 363 066.

  • Denk daran, festes Schuhwerk mitzunehmen, um zwischen Felsen und Wasser laufen zu können.

 

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