Kiko, dein Reiseführer

Mit Kiko in den Tunneln Menorcas

Es heiβt, dass die Insel voller unterirdischer Tunnel ist. Einige wurden von Menschen gegraben, um sich in ihnen zu verstecken, doch es scheint, dass andere natürlich entstanden sind, da vor Millionen von Jahren ein unterirdischer Fluss den Norden der Insel mit dem Süden verband. Viele dieser Durchgänge haben eine Geschichte voller Legenden und Geheimnisse. Wollt ihr, dass ich euch einige von ihnen erzähle?

 

Hooky erinnert uns daran, dass die Piraten, die auf die Insel kamen, die Höhlen und Gänge, die sie miteinander verbinden, dazu nutzten, um sich in ihnen zu verstecken und ihre Schätze aufzubewahren.

Der Tunnel der Schlucht von Algendar

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  • „Als wir im Barranco de Algendar spazieren gingen, haben sie uns die Legende vom ‚Pas den Revull‘ erzählt,“ erinnere ich ihn.

  • „Ja, ein Piratenschiff legte am Strand von Cala Galdana an. Einer von ihnen kam bis zur Schlucht und verschwand in ihr. Seine Kameraden warteten nicht und ließen ihn allein zurück. Da es in der Schlucht viele Obstbäume gab, hatte der Pirat genug zu essen, und so lebte er dort in einer Höhle,“ erzählt Hooky.

  • „Doch als der Winter kam und der Pirat nichts mehr zu essen fand, beschloss er, Tiere von den umliegenden Höfen zu klauen. Eines Tages verschwand ein Lamm, ein anderes Mal ein Huhn,... und es heiβt, dass sogar eine Katze im Kochtopf des Piraten landete,” erzähle ich.

  • „Die Menorquiner, die in dieser Gegend lebten, suchten den Dieb tagaus, tagein, doch sie konnten ihn einfach nicht finden. Na klar! Seine Höhle führte zu einem Tunnel, der einen anderen Ausgang hatte, und so konnte er sie in die Irre führen. Und so verloren sie ihn immer aus den Augen,” erklärt Hooky.

  • „Bis sie eines Tages sein Versteck fanden. Der Pirat hatte die Ausgänge mit Brombeersträuchern bedeckt. Sie nahmen sie fort, so dass der Pirat keine andere Wahl hatte, als auf der anderen Seite herauszukommen, wo sie auf ihn warteten. Jetzt heißt dieser Teil der Schlucht „Pas den Revull" („Pass des Gekräuselten“) wegen der wilden Haare, die der Pirat hatte. Was für eine Geschichte!” rufe ich aus, während Hooky in Gelächter ausbricht, als er sich den in Rauch eingehüllten Piraten vorstellt.

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Militärtunnel auf Menorca

Hooky erinnert sich, dass die Militärs Experten darin sind, Tunnel zu graben, um sich in ihnen zu verschanzen oder Waffen und Vorräte aufzubewahren. Auf Menorca gibt es eine Menge von ihnen. Einige sind über 200 Jahre alt, wie die des Fort de Marlborough oder der Festung San Felipe.

  • „Wusstest du, dass es einen Tunnel gibt, der diese beiden Gebäude mit La Mola verbindet? Niemand hat ihn jemals gesehen, aber einige Legenden erzählen, dass unter der Mündung des Hafens von Mahón ein Tunnel zwischen den drei Militärbefestigungen, die den Hafen bewachen, existiert, und der auch begangen werden kann,” entgegne ich Hooky.

  • „Bah! Das sind Geschichten, die sich nicht nachweisen lassen! Diese unterirdischen Tunnel wären schon längst von jemanden entdeckt worden,” erwidert Hooky.

  • „Na gut! Bedenke, dass die britischen Soldaten die Tunnel der Festung San Felipe in die Luft sprengten, als sie sahen, dass ihre Feinde das Gebäude eroberten. Vielleicht wollten sie etwas verbergen. Tatsache ist, dass von den mehr als 8 Kilometer langen Tunneln, von denen man glaubt, dass sie gebaut wurden, heute nur 2 Kilometer zu besichtigen sind. Gehen wir zu einer Abendbesichtigung der Festung?” frage ich Hooky.

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Die geheimnisvollen Tunnel der Festung San Felipe wurden auf 3 Ebenen gebaut. Nur ein kleiner Teil dieser Tunnel wurde für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, die mit Laternen und einem Führer, der sich gut auskennt, besucht werden können. Es heiβt, sie haben so viele Windungen, dass man sich leicht verlaufen könnte.

Ein Tunnel zu einer geheimnisvollen Stadt

Erinnerst du dich daran, als wir von den versunkenen Städten Menorcas erzählt haben? Wir haben die Legende von der Stadt Parella kennengelernt.

  • „Ja,” sagt Hooky, „die, von der man in Ciutadella sagt, dass man bei Vollmond die Türme im Meer leuchten sehen kann.”

  • „Es heiβt auch, dass die Höhle de S'Aigo, in Cala Blanca, zwei unterirdische Tunnel hat, die direkt zu dieser Stadt hinführen. Es ist eine Legende, aber es gibt niemanden, der alle Tunnel in dieser großen Höhle kennt,” erkläre ich ihm.

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Andere geheimnisumworbene Legenden erzählen vom Brunnen de na Patarrà. Er befindet sich in der Nähe der prähistorischen Siedlung Torralba den Salort, in Alaior, und es heiβt, dass der Brunnen der Eingang zu einer Hölle ist.

  • „Und das simmt?” fragt Hooky erschrocken.

  • „Das ist, was man erzählt. Der Brunnen ist in den Felsen gegraben und hat 9 große Treppen, die im Zickzack verlaufen, und eine Breite von 1,20 Metern. Über seine Tiefe gibt es keine genauen Daten. Einige sprechen von 47 Metern, andere von 64. Der Eingang zum Brunnen ist jetzt zugemauert und von einem Feigenbaum geschützt. Es heiβt, dass so niemand weder hineingehen... noch aus dem Inneren des Tunnels herauskommen kann,“ flüstere ich Hooky zu.

Einer Legende zufolge befindet sich am Ende des Brunnens ein groβer Stein, an dem Wasser herunterläuft. Wenn man das trinkt, wird man unsterblich, aber wenn man darin eintaucht, verwandelt man sich in einen Stein.

Hooky erschaudert bei diesen Geschichten, obwohl er immer sagt, dass er ein sehr mutiger Pirat ist. Eines Tages werde ich dir den Feigenbaum zeigen, der den Brunnen von Na Patarrà bewacht, um dir weitere mysteriöse Legenden zu erzählen.

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Tunnel unter dem Meer

Viele kommen zum Tauchen nach Menorca. Sie tauchen im klaren Wasser des Mittelmeers, schwimmen mit den Fischen und erkunden die Höhlen und Tunnel, die in verschiedenen Farben schimmern, je nachdem, aus welchem Winkel die Sonne sie erreicht.

Im Osten Menorcas, ganz in der Nähe der Isla del Aire, kann man einige Bereiche entdecken, die erfahrene Taucher aufgrund ihrer Schönheit empfehlen. An der Punta del Bisbe ist ganz leicht eine kleine Höhle zu finden, mit einem langen Tunnel, in dem viele Fische leben. Und in der Nähe von der Cala Torret, in El Caracol, befindet sich ein Riff, das etwa ein Kilometer von der Küste entfernt liegt, und wo man Tunnel und Gewölbe erforschen kann, in denen es viele Fische gibt.

  • „Ich kenne noch einen weiteren Ort! Wenn du zum Strand von Binimel·là gehst, liegt auf der rechten Seite die Caleta de Elisabet. Sie ist wunderschön, klein und ruhig. Man muss seine Taucherbrille anziehen und durch die Cova del Puente tauchen. Ein natürlicher Tunnel führt direkt zu dieser Bucht,” erzählt Hooky.

  • „Auf Menorca gibt es viele solche Orte. Es heiβt, dass die Insel voller Tunnel ist, aber es gibt noch viele zu entdecken,” bemerke ich.

Es gibt viele Legenden, die von geheimnisvollen Tunneln auf Menorca berichten. Die Geheimnisse, die sie bewahren, sind noch unbekannt, weil bis jetzt nur ein kleiner Teil erforscht wurde. Aber die magischen und mysteriösen Geschichten, die erzählt werden, faszinieren uns und deshalb haben wir dir hier davon berichtet. Gefallen dir die Legenden über Menorca?

 

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