Kiko, dein Reiseführer

Wo befinden sich die französischen Windmühlen auf Menorca?

Hast du schon einmal eine Windmühle gesehen? Weiβt du, wie ein Müller arbeitet? Heute besuchen wir Sant Lluís, eine Ortschaft auf Menorca, die vor über 200 Jahren von den Franzosen gegründet wurde. Cuqui ist schon bereit, um mich auf dem Ausflug zu begleiten.

 

Die französische Schiffsflotte legte vor Ciutadella an

Zwöftausend französische Soldaten kamen auf Schiffen nach Ciutadella und marschierten dann bis nach Mahón, wobei sie Menorca eroberten, das bis dahin eine britische Insel war. Sie siedelten in einer Gegend an, in der Gemüse angebaut wurde, und bauten eine Kirche. So entstand eine neue Ortschaft zu Ehren des heiligen Ludwigs IX, König von Frankreich.

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Auch wenn sie den Bau der Kirche nie vollendet sehen konnten, denn die Franzosen regierten nur 7 Jahre lang (1956-1763,) tragen einige der Straβen immer noch die Namen französischer Offiziere, wie Hyacinthe Gaétan de Lannion, der General der königlichen Streitkräfte und Gouverneur Menorcas war.

Eine Mühle begrüβt uns

Das alles geht mir durch den Kopf, während wir uns Sant Lluís nähern.

  • „Schau mal, Kiko, man kann die Flügel einer Windmühle sehen. Können wir uns die anschauen?”, fragt mich Cuqui.
  • „Na klar, das ist eine von den Besichtigungen, die ich für unseren Ausflug eingeplant habe. Wusstest du, dass es in Sant Lluís 3 Windmühlen gibt, in denen das Getreide zu Mehl gemahlen wurde? Die obere (de Dalt), die mittlere (Enmig) und die untere (de Baix). Es wäre toll, sie alle ansehen zu können,” erwider ich ihm.

Wie wird mit dem Wind Mehl hergestellt?

Die erste Mühle hat ein kegelförmiges, blau-weiβ gestreiftes Dach. Sie wurde von den Franzosen vor 250 Jahren gebaut; vor 50 Jahren verlor sie ihre Flügel.

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Die Windmühlen von Sant Lluís sind seit langer Zeit Teil der menorquinischen Landschaft, weshalb man beschlossen hat, die obere Mühle, el Molí de Dalt, zu rekonstruieren und die Maschinen aus Holz sowie das Räderwerk, das alles zum Funktionieren brachte, zu erhalten.

Der Wind brachte die Flügel, die mit Segeln bespannt waren, in Bewegung. Diese gaben ausreichend Antrieb, um den Mühlstein, der die Getreidekörner in feines Pulver, das Mehl, mahlte, zum Drehen zu bringen.

Werkzeuge von Berufen auf Menorca

Im Erdgeschoss der Mühle ist das Ethnologische Museum untergebracht. Hier sind viele Werkzeuge zu sehen, mit denen früher die Arbeiten auf dem Feld erledigt wurden, wie Karren, Pflüge, Sicheln zum Mähen und Keramiken.

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Sie erinnern uns an eine Lebensweise und an Berufe, die es heutzutage nicht mehr gibt. Es werden keine Kalköfen mehr gebaut. Erinnerst du dich, das wir Reste von einem auf unserem Weg zur Cala Mitjana gesehen haben? Aber trotzdem werden auch heute noch die Häuser eingekalkt, so dass sie in einem leuchtenen Weiβ strahlen.

Von der oberen Etage aus sehen wir auf Sant Lluís, die beiden anderen Mühlen, von denen eine, nämlich die mittlere, keine Flügel hat, und den Turm von Binifadet, der sich ganz in der Nähe befindet.

Ein mittelalterlicher Turm

Als die Franzosen kamen, gehörte das Land, auf dem sie ihre Stadt gründeten, zu Binifadet. Der Turm wurde vor über 500 Jahren gebaut, im Mittelalter. Er ist 10 Meter hoch und heutzutage zwischen den Häusern integriert.

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Der Turm von Binifadet war ein Wachtturm, von dem aus die Piraten, die Menorca überfielen, kontrolliert wurden, damit sie sich nicht Sant Lluís näherten.

Ein österreichischer Spion auf Menorca?

Wir bummeln durch die Straβen des kleinen Städtchens. Einige der Häuser fallen uns wegen ihrer schönen Vorgärten und ihrer eleganten, klassizistischen Architektur auf. In einem der Häuser von Sant Lluís lebte der Erzherzog Ludwig Salvator von Österreich. Das war ein Adeliger, der viel das Mittelmeer bereiste, und von dem einige behaupten, er wäre ein Spion des Kaisers von Österreich gewesen, den er über die Länder berichtete, die er erobern konnte.

Was ist das Tetragramm?

Cuqui überredet mich, uns auf eine der Bänke eines schönen Platzes neben der Kirche zu setzen. Wir ruhen uns aus und essen die belegten Brote, die wir mitgenommen haben.

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  • „Die Kirche wurde von den Franzosen gebaut. Der Kirchturm ist über 30 Meter hoch,” erklärt mir Cuqui
  • „Das Erstaunlichste ist, dass oberhalb der Glocken das Tetragramm geschrieben steht. Es heiβt, es sei ein magisches Zeichen. Für einige ist es der Name der Mutter Erde, für andere ein Symbol, um Dämonen fernzuhalten. Man sagt, es ist der Name Gottes auf hebräisch”, erläutere ich.

Wie wurde das Wasser auf Menorca herausgeholt?

Wir dürfen auf keinen Fall vergessen, uns den Pou de Torn anzusehen, einen Brunnen, aus dem früher die Bewohner von Sant Lluís das Wasser holten. Er funktioniert mit zwei Umlenkrollen, die um eine Winde gewickelt sind und die von einem Esel oder einem Pferd angetrieben wurden.

Es gibt keine Brunnen dieser Art auf den anderen Baleareninseln. Man geht daher davon aus, dass es sich um ein spezifisch menorquinisches System handelt, mit dem der Anbau und die Gärten der Nachbarschaft mit Wasser versorgt wurden.

  • „Das war ein sehr interessanter Ausflug. Sant Lluís ist zwar nur ein kleines Städtchen, hat aber viel zu bieten. Es hat auch eine sehr schöne Küste,” erklärt mir Cuqui.
  • „Ja, vor Kurzem waren wir in Binibeca; im Fischerdorf und am Strand. Wenn jetzt Sommer wäre, könnten wir zum Baden dorthin,” bemerke ich.

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Aber es ist Winter, und Sant Lluís ist mit seiner Weihnachtsbeleuchtung zauberhaft geschmückt. Wir müssen zum Club Kikoland zurück, aber wir möchten euch vorher allen FROHE WEIHNACHTEN wünschen, und dass 2018 ein grandioses Jahr wird. Kommt ihr uns dann besuchen? Wir erwarten euch.


GRUNDDATEN

  • Von Son Bou bis nach Sant Lluís sind es 23,4 km. Von der Hauptlandstraβe Richtung Mahón ist es gut ausgeschildert.
  • Es fahren keine öffentlichen Verkehrsmittel direkt dorthin; man muss umsteigen. Daher empfehlen wir, ein Auto zu mieten, um nach Sant Lluís zu fahren.
  • In der oberen Mühle, el Molí de Dalt, am Ortseingang sowie im Ethnologischen Museum befindet sich die Touristeninformation, wo du dich über die Sehenswürdigkeiten erkundigen kannst.
  • Die Öffnungszeiten des Molí de Dalt ist das ganze Jahr über von montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr. Sonntags ist geschlossen. Im Juli, August und September ist auch nachmittags von 19 bis 21 Uhr geöffnet, auβer mittwochs.
  • Der Eintritt für den Besuch des Ethnologischen Museums ist für Kinder unter 12 Jahren frei. Jugendliche von 12 bis 18 Jahren sowie Senioren zahlen 0,60 € und alle anderen 1,20 €. Um sich über Änderungen von Preisen und Öffnungszeiten zu informieren, kann man telefonisch unter 971 15 10 84 nachfragen.
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