Kiko, dein Reiseführer

Kiko steigt auf den höchsten Berg Menorcas: den Monte Toro

Ich mache einen Ausflug zum Monte Toro, dem höchsten Berg Menorcas. Er ist 358 Meter hoch, und von seinem Gipfel aus kann man die ganze Insel sehen. Ich glaube, dass ich heute auch Mallorca sehen werde, denn es ist ein herrlich klarer und wolkenloser Tag.

Ich habe Cuqui eingeladen mit mir zu kommen, aber er bleibt lieber am Strand von Son Bou. Er sagt, das Meer sei heute „so fabelhaft“, dass er mit den Enten am Wasser spielen möchte.

Ich fahre mit dem Bus den Monte Toro hoch, auf einer Straβe, die in scharfen S-Kurven bis ganz nach oben führt. Dort hat man einen spektakulären Blick! Ich sehe Fornells, Ciutadella, die Felder voller Blumen und Kühe,... und das blaue Meer im Hintergrund.

Menorca wie ein Bild voller Muster aus Steinen

Das ist das erste Mal, dass ich die ganze Insel vom Wasser umgeben auf einmal sehe. Wie klein Menorca ist! Die Trockenmauern formen Muster auf den Feldern. Eine Gruppe von Menschen, die neben mir stehen, hören nicht auf zu fotografieren und mit den Fingern auf die verschiedenen Ortschaften der Insel zu zeigen. Wie klar man sie von hier aus sieht!

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Hier, auf dem Gipfel, steht auf einem hohen Sockel eine Statue von Jesus Christus. Direkt daneben ist die Heiligenstätte der Jungfrau des Stieres (Virgen del Toro).

Ein wütender Stier, der niemanden den Berg hochlassen wollte

Einer Legende zufolge gab es am Hang des Monte Toro ein Kloster. Einer der Mönche sah in einigen Nächten funkelnde Lichter, die von der Bergspitze her kamen und bis zu ihnen hinunter gingen.

Er beschloss, herauszufinden, was dies für Lichter seien und überredete die anderen Mönche, eines nachts das Kloster zu verlassen und dem Lichtpfad zu folgen.

Sie trafen dabei völlig unerwartet auf einen wütenden Stier, der sie nicht vorbei lassen wollte. Sie hatten Angst und nahmen ihre Kruzifixe, die sie um den Hals trugen, in die Hand. Als der Stier diese sah, wurde er ganz zahm und zeigte ihnen den Weg hinauf.

Eine Höhle voller Licht

Oben angekommen, führte der Stier sie zu einer Höhle, von der eine heller Lichtstrahl ausging. Es war derselbe, den die Mönche von unten gesehen hatten. In der Höhle fanden sie eine Holzstatue der Jungfrau Maria, mit Jesus in ihren Armen.

Die Mönche nahmen die Statue mit in ihr Kloster, doch am nächsten Tag war sie verschwunden. Sie stiegen auf den Gipfel des Monte Toro und fanden dort die Statue. Das gleiche geschah mehrere Tage hintereinander, bis der Klostervorsteher beschloss, eine Heiligenstätte auf dem Berg zu bauen, dort wo die Jungfrau sein wollte.

Im 17. Jahrhundert wurde auf den Ruinen einer gothischen Kirche diese Heiligenstätte, die dem Franziskanerorden angehört, gebaut. Ich habe sie mir soeben angeschaut.

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Menorquiner, die nach Amerika und Afrika auswanderten

Ich schlieβe mich einer Gruppe von Familien an, die von einem Führer begleitet werden, um die Geschichte von eine besonders schönen Skulptur zu hören, die es hier geben soll. Es handelt sich um eine Frau aus weiβem Stein, die in den Himmel schaut.

Der Führer erklärt uns, dass sie zum Gedenken aller Menorquiner errichtet wurde, die auswandern mussten, um woanders ein besseres Leben zu finden. Einige emigrierten nach Algerien in Afrika und andere nach Florida in Amerika.

Im Zentrum der Insel

Ich bin in die Restaurant-Bar hineingegangen, um eine kleine Erfrischung zu trinken. Drauβen ist es sehr heiβ und hier drinnen angenehm kühl. Ich schau mir den Ausblick an. Einfach herrlich! Ich denke, dass man hier eine Rutsche bis zur Bucht von Fornells anbringen sollte, um bis ins Meer hinunterschlittern zu können. Es würde riesigen Spaβ machen, so ins Wasser zu plantschen! Ok, ich glaube, so viel Sonne tut mir nicht gut...

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Menorca ist ziemlich flach und eben, so dass der Monte Toro durch seine Höhe von 358 Metern und dadurch, dass er sich fast genau in der Mitte der Insel befindet, hervorsticht. Von hier aus sehe ich den Leuchtturm von Cavalleria, wohin ich letztes Jahr einen Ausflug gemacht und den Verteidigungsturm und das alte romanische Dorf besucht habe.

Ich kaufe ein paar Souvenirs für meine Freunde im Hotel Royal Son Bou Family Club, und schon warte ich auf den Bus, um wieder zurückzufahren. Wenn ich Cuqui all das erzähle, was ich heute gesehen habe, will er bestimmt, dass wir ein anderes Mal wieder hierher fahren. Willst du uns dann begleiten?

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