Kiko, dein Reiseführer

Kiko verteidigt Menorca von den Kanonen des Fort Marlborough aus

Soldaten bewachen die Einfahrt des Hafens von Mahón; sie leben in Unterkünften, die in die Felsen gegraben wurden und schieβen mit Kanonen, um die Angreifer zu vertreiben…. Was für eine interessante Geschichte! Heute werde ich sie erleben. Hooky und ich besuchen Fort Marlborough. Kommst du mit?

Schon sind wir in Es Castell, im Osten Menorcas; von hier aus fahren wir weiter zur Bucht Cala San Esteban. Gleich am Eingang befindet sich ein Parkplatz. Wir überqueren die Straβe und gehen den Camí de Cavalls hinunter.

Eine Festung auf dem Weg

Während wir zwischen Höhlen, Felswänden und Bäumen zur Bucht hinuntergehen, erzählt mir Hooky, dass Fort Marlborough seinen Namen zu Ehren von Sir John Churchill, Herzog von Marlborough trägt; das war ein vor 300 Jahren sehr bedeutender General der britischen Armee.

nullSchon sehen wir das Meer und, gegenüber, die Überreste der Festung des Castillo de San Felipe. Von diesem Bau sind nur noch die unterirdischen Gänge übrig, in denen die Soldaten Schutz suchten, denn der spanische König Carlos III befahl die komplette Zerstörung nach seinem Sieg im Krieg gegen die Briten, die bis dahin die Insel beherrscht hatten.

Ein bisschen Licht!

Da sind wir schon. Der Eingang ist recht eigenartig. Es ist, als würden wir eine groβe Höhle betreten. Das ist so, weil die Festung unterirdisch und in den Felsen gegraben ist. Sie ist wie eine lange Galerie, mit verschiedenen Öffnungen zu beiden Seiten hin. Es gibt Lagerhallen, Arbeitszimmer, Schlafräume, ....

nullAlles ist dunkel. Nur von den Schautafeln und ein paar Laternen ist ein spärliches Licht zu erkennen.

  • Wir hätten uns Taschenlampen mitnehmen sollen, sagt Hooky.

  • Schau, hier ist ein Licht! Da ist ein Raum mit Etagenbetten. Zwei britische Offiziere sitzen an einem Holztisch; einer schreibt, und der andere trinkt aus einem groβen Glas.

  • Das ist eine Nachbildung von dem, was hier vor 300 Jahren passiert ist! Super!, sagt Hooky. Als ich noch jung war, kannte ich viele Soldaten, und wir hatten immer viel Spaβ dabei, uns die Geschichten aus den verschiedenen Ländern zu erzählen, die wir bereist hatten.

nullMan hört das Wasser am Ende des dunklen Gangs

Jetzt sind wir in eine Galerie gekommen, die vom Sonnenlicht erhellt wird, das durch die schmalen Fenster hineinfällt, die zum Graben liegen, der die Festung umgibt.

Auf einmal bleiben wir beide stehen:

  • Hörst du das?, fragt Hooky. Es hört sich an, als würde jemand etwas ausgraben.

  • Ja. Man hört viel Lärm und auch das Geräusch von Wasser. Was mag das sein?

  • Das ist ein Brunnen! Von hier aus sieht man, wie die Soldaten arbeiten und das Wasser für alle, die hier wohnen, heraufziehen.

Seile hindern uns daran, den Durchgang zu betreten; doch am Ende können wir die Schatten von den Männern sehen, die den Brunnen aufmachen. Hooky erklärt, dass hier ein Hauptmann, 50 Infanterie- und 15 Artilleriesoldaten lebten, die die Kanonen betrieben und andere Waffen, die sie für ihre Verteidigung nutzten.

Ein groβer Graben, der die Festung umgibt

nullWir gehen raus in den Graben. Die Sonne blendet uns. Hier ist alles grün. Hooky läuft die Treppen bis ganz nach oben. Er will sich die Kanonen anschauen! Ich laufe hinter ihm her.

  • Die Kanonen zielen nicht auf die Hafeneinfahrt. Das müssen die sein, die dazu dienten, sich vor den Angreifern zu verteidigen, die versuchten, über Land zur Festung zu gelangen, sagt Hooky.

  • Sie sind riesig groβ. Ob sie noch funktionieren?

Es sind nur noch zwei Kanonen da, aber als wir weiter den Graben entlanggehen, sehen wir einige strategische Ecken, an denen bestimmt noch mehr aufgestellt waren. Von hier oben aus sehen wir die Festung La Mola. Sie befindet sich auf der anderen Seite der Hafeneinfahrt.

nullWas ist das für ein Turm da hinten?, frage ich Hooky.

  • Das ist der Turm des Erhängten (Torre del Penjat). Er wurde vor etwa 200 Jahren unter General Stuart, einem britischen Gouverneur, gebaut. Dort wurden die Verurteilten aus der Festung von San Felipe erhängt. Die Engländer errichteten ihn zur Verteidigung des Hafens von Mahón.

Ich liebe es, solche Orte mit Hooky zu besuchen, denn er kennt sich so gut aus und weiβ immer interessante Geschichten zu erzählen.

nullDer französische Herzog der Mayonnaise

Wir kommen in einen kleinen Raum, in dem Bilder von bedeutenden Persönlichkeiten der Epoche hängen. Da ist der Herzog von Marlborough, Richard Kane, der Gouverneur von Menorca war, der Herzog von Richelieu, der die Insel von den Engländern eroberte,.....

Hooky erinnert mich an die Legende, derzufolge es Richelieu war, der die Mayonnaise in ganz Europa bekannt machte. Als er auf der Insel lebte, bereiteten ihm einige Menorquiner, die nicht viele Lebensmittel besaβen, um ihm ein gutes Essen anzurichten, eine Mischung aus Öl, Ei und Salz. Diese Sauce fand Richelieu so köstlich, dass er sich das Rezpet mit nach Hause nahm und seitdem alle Welt glaubt, es handele sich um eine Sauce aus Frankreich. Doch das stimmt gar nicht; die Mayonnaise stammt aus Mahón.

Wir verlassen die Festung und sind begeistert von dem, was wir gesehen haben. Hier gibt es einen kleinen Kinderspielplatz, auf dem wir eine Weile bleiben, um auf der Rutsche zu spielen. Schon bald ist es Zeit zum Essen, und im Club Kikoland werden sie auf uns warten. Kanntest du die Geschichte von Fort Marlborough? Wie fandest du den Besuch? Uns hat es so gut gefallen, dass wir ein anderes Mal mit Cuqui hierkommen möchten. Bist du dann auch mit dabei?


GRUNDDATEN:

  • Von Son Bou bis nach Es Castell sind es 23 km. Von dort aus nach Cala San Esteban, wo sich die Festung Fort Marlborough befindet, sind es 2 km.

  • Bis zur Cala San Esteban fahren keine öffentlichen Verkehrsmittel.

  • Das Fort Marlborough kann täglich besichtigt werden. Dienstags bis samstags von 9:30 bis 19 Uhr. Sonntags und montags von 9:30 bis 15 Uhr.

  • Für Kinder unter 8 Jahren ist der Eintritt frei. Erwachsene zahlen 3 Euro. Man kann einen Audioguide ausleihen.

  • Montags ist der Eintritt frei.

 

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