Kiko, dein Reiseführer

Wie sind die Strände von Menorca entstanden?

Heute hat mich Hooky früh geweckt, damit ich ihn auf einem langen Spaziergang am Strand von Son Bou begleite. Er sagt, dass ein Spaziergang am Morgen entlang der Küste, eins der schönsten Dinge ist, die man in den Ferien auf Menorca machen kann. Kommst du mit?

 

Son Bou ist der längste Strand der Insel. 2,5 km feiner, heller Sand und ein unter Naturschutz stehendes Dünensystem. Wie bilden sich die Strände? Woher kommt der ganze Sand? Warum wird er nicht von den Wellen und dem Wind weggespült bzw. fortgeweht? Hooky lacht. Er ist bereit, mir alles das, was er weiβ, zu erzählen, während wir uns die Abarcas ausziehen und mit unserem Morgenspaziergang beginnen.

Wie sind die Strände von Menorca entstanden?

  • „Wie viele Fragen, Kiko. Seit Jahren lebst du nun schon direkt am Meer. Hast du dich niemals gefragt, wie die Strände entstanden sind? Also, das ist ganz einfach. Die Wellen, die Gezeiten und der Wind schwemmen den Sand bis ans Ufer. Er sammelt sich dort an und bildet die Strände,” erklärt Hooky.

  • „Ja, aber wo kommt der ganze Sand her?” frage ich gespannt.

  • „Kiko, die Steine, die Korallen, die Pflanzen und auch die Fische und andere tote Tiere, die sich auf dem Meeresboden befinden, werden durch die Bewegung der Wellen und der Gezeiten kleingerieben. Dazu sagt man Erosion, und sie bewirkt, dass sich kleine Sandkörner bilden, die an die Küste geschwemmt werden und einen Platz suchen, an dem sie bleiben und sich anhäufen können. Du hast bestimmt schon mal Teile von Muscheln im Sand gefunden? Und so, ganz langsam und allmählich, sind die Strände entstanden, die uns so gut gefallen,” erklärt mir Hooky.

  • „Das ist unglaublich, bestimmt hat es lange gebraucht, bis sie sich gebildet haben, oder? Der Strand von Son Bou so groβ, dass es bestimmt viele Jahre gedauert hat, bis er so schön wurde. Aber nehmen die Wellen und der Wind den Sand nicht mit weg? Er ist so fein! Ein Unwetter könnte die Strände alle völlig leerfegen!”

Warum nimmst du den Sand mit?

Bebé jugando con la arena en Son Bou Menorca

Hooky wird nachdenklich, als er sich die Strände ohne Sand vorstellt. Wo er doch so gerne Sandburgen baut und sich im Sand herumwälzt!

  • „Na klar,” sagt er, „und du wirst einer der ersten sein, der daran schuld ist, denn du bist so oft am Strand und jedesmal nimmst du ein biβchen von dem Sand mit nach Hause!”

  • „Aber Hooky, was sagst du da! Ich passe sehr auf den Strand auf. Niemals lasse ich meinen Müll da, und wenn ich Plastik finde, das vom Meer angespült wird, bringe ich es zum Mülleimer,” erkläre ich ihm empört.

  • „Ja, Kiko, das weiβ ich ja. Aber wir nehmen den Sand mit, ohne dass wir es merken. Im Handtuch, an den βen, in der Tasche, die wir mitgebracht haben,... Wusstest du, dass eine Studie über dieses Thema durchgeführt wurde, die zu dem Schluss kommt, dass auf Menorca wir alle, die wir an den Strand gehen, jedes Jahr über 300 Tonnen Sand mit nach Hause nehmen!” sagt Hooky.

Das macht mich sehr nachdenklich. Ich liebe es, Ausflüge zu den schönen Orten Menorcas zu unternehmen, an denen kleine Buchten sind. Bestimmt ist es nicht so einfach, dass sie verschwinden, doch was können wir tun, um es zu verhindern?

Bewegen sich die Strände?

Como se forman las playas de Menorca

Hooky sagt, dass Strände ständig in Bewegung sind. Also, ich habe davon nichts bemerkt! Deswegen möchte ich ein Experiment durchführen. Wir setzen uns ans Ufer, und ich beobachte aufmerksam den Sand.

  • Siehst du, wie sich die Sandkörner bewegen? Die Wellen schwemmen sie an und nehmen sie wieder mit sich mit. Der Wind hebt sie etwas hoch und bringt sie an einen anderen Ort,” sagt Hooky.

  • „Das stimmt! Der Sand bewegt sich! Langsam und sanft verändert sich der Ort. Sieh nur, Hooky, die Körner bleiben weiter hinten und bilden kleine Sandhäufchen hinter dem Strand!”

  • „Ja, das sind die Dünen, und du wirst sehen, dass auf ihnen Pflanzen wachsen. Die Pflanzen helfen dabei, den Sand zusammenzuhalten. Die Dünen sind sehr wichtig, denn sie schützen die Küste und sichern die Existenz der Strände, denn sie sind ihr natürlicher Sandvorrat. Es handelt sich um ein Bereich von groβem ökologischen Wert,” erklärt Hooky.

  • „In Son Bou stehen die Dünen unter Naturschutz. Man darf nicht auf ihnen herumlaufen, denn dahinter befindet sich der Prat; das ist das zweitwichtigste Feuchtgebiet Menorcas, gleich nach dem Naturschutzpark der Albufera de Es Grau.”

  • „Genau so ist es, Kiko. Und der Prat erhält das Wasser von den Sturzbächen Es Bec und Son Boter, die sich gleich dahinter befinden. Sie tragen auch zur Bildung der Strände mit bei und spülen Reste von weiβen Steinen und Felsen zum Sand,” bemerkt Hooky.

Weiβer oder goldfarbener Sand?

Arena dorada en Cala Pregonda en Menorca

Die Strände im Süden Menorcas haben, wie der von Son Bou, feinen, weiβen Sand. Aber einige Strände im Norden der Insel haben goldfarbenen Sand, sogar rötlichen, und von gröberer Körnung. Weiβt du warum? Das hängt alles von der Herkunft des Sandes ab.

Auf Menorca gibt es viele Kalksteinfelsen in hellen Ockertönen und den weiβen Marés. Sie bilden einen Teil des Sandes von Son Bou. Aber der Sand der anderen Strände, wie zum Beispiel von Cala Pregonda, hat sich aus diesen Kalksteinen, Tonen und anderen, älteren und dunkleren Steinen gebildet. Erinnerst du dich, wie wir in Pregonda Reste von Vulkangestein gefunden haben?

Diese Strände haben so viele verschiedene Farben, je nachdem, wo auf der Insel sie sich befinden.

Darüber hinaus heiβt es, dass das Wasser Menorcas so klar ist, da der sandige Boden aus ganz kleinen Resten von Meeresorganismen in hellen Farben besteht. Sie verdunkeln das Wasser nicht, so dass wir diese wunderschönen Blautöne sehen, die uns so begeistern.

Die Bedeutung der Posidonia Oceanica (Neptungras)

Barreras de posidonia en Son Bou Menorca

Diese Wasserpflanze ist für Menorca sehr wichtig. Ich habe bereits von ihr erzählt. Manche glauben, dass es sich um Algen handelt, aber es sind keine. Es sind Pflanzen, die das Meerwasser mit Sauerstoff versorgen und zur hervorragenden Wasserqualität beitragen.

  • „Wenn du dir Son Bou von oben aus ansiehst, wirst du dunkle Flecken im blauen Meer sehen. Das sind die Wiesen des Neptungrases. Natürliche Barrieren, die den Sand aufnehmen, und ein bevorzugter Lebensraum für viele Fische und andere Meeresbewohner, wie zum Beispiel die Seesterne, sind,” erkläre ich Hooky.

  • „Es ist wie eine Art Unterwasserwald. Die Blätter halten den Sand zurück, damit der Strand bei Unwettern nicht von Wind und Regen weggespült wird,” entgegnet er mir.

Auf unter die Dusche!

Wir haben im Meer gebadet und uns erfrischt. Wir sind an den Enten vorbeigekommen, die sich immer am Eingang des Strandes befinden. Hooky ist sehr ernst geworden und meint zu mir:

  • „Jetzt werden wir uns unter diesen Duschen den Sand abwaschen, der an uns klebt. Wasch dir vor allem gut die Füβe, denn du hast ja jetzt gesehen, dass die Strände sensible, natürliche Ökosysteme sind, und es von uns abhängt, dass sie so, wie sie jetzt sind, erhalten bleiben.“

Ich dusche mich bereits sorgfältig ab, denn Son Bou ist einer meiner Lieblingsstrände, und ich weiβ, dass auch ihr gerne hierherkommt, um mit euren Familien zu spielen und zu baden.

Und jetzt laufe ich schnell mit Hooky los, zu einem leckeren Frühstück im Restaurant Los Olivos, um früh in den Club Kikoland gehen zu können. Heute stehen eine Menge Aktivitäten auf dem Programm, bei denen wir mit unseren Freunden alle zusammen viel Spaβ haben werden. Und du, wusstest du, wie die Strände von Menorca entstanden sind?

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